Die Forststadt Tharandt
Die Geschichte und Entwicklung Tharandts ist geprägt durch drei Abschnitte: Tharandt als Stadt der Burg, Tharandt als Bade- und Kurort und Tharandt als Stadt der Hochschule.
Die Tharandter Burg wurde im Jahre 1216 erstmals urkundlich erwähnt. Als Erbauer gelten die Markgrafen von Meißen. Nachdem die Burg im 15. Jahrhundert an Böhmen fiel, errichtete einer der bedeutensten Bauherren jener Zeit, Arnold von Westfalen, 1473 auf den Grundmauern der alten verfallenen Burg einen erweiterten Neubau, nun Schloß genannt.
Die böhmische Herzogin Sidonie erkor sich das Schloß nach dem Tod ihres sächsischen Gatten Herzog Albrecht zum Witwensitz. Nachdem auch sie starb, verfiel die Burg erneut. In den letzten Jahren wurden umfangreiche Ausgrabungs- und Erhaltungsmaßnahmen an der Burgruine durchgeführt.
Den äußersten Vorsprung des Schloßberges nimmt die Kirche ein, die 1626-1629 erbaut wurde. Neben der Ruine steht das Tharandter Schloß, das der polnische Graf Suminski Mitte des 19. Jahrhunderts erbauen ließ. Bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts war Tharandt ein wenig bekanntes Waldstädtchen.
Im Jahre 1792 entdeckte der Amtschirurg Butter in der Nähe des Schloßteichs Quellen mit heilkräftigem Wasser. Die Quellen wurden gefasst und ins städtische Badehaus geleitet. Die Besucherzahl stieg von Jahr zu Jahr, so dass 1805 anstelle des alten Badehauses ein neues Stadtbadhotel gebaut wurde.
Nach 1820 flaute der Zuspruch wieder ab, doch ab 1855 erlebte der Tourismus in Tharandt durch die neueröffnete Eisenbahnlinie Dresden-Freiberg einen neuen Aufschwung, so dass um die Jahrhundertwende durch Dr. Haupt mit der Villa Sanitas noch einmal ein Erholungs- und Kurbetrieb für etwa 20 Jahre aufgenommen wurde.
Neuen Ruhm erwarb Tharandt als Geburtsstadt der ersten Forstakademie der Welt. Im Jahr 1811 begann Heinrich Cotta, der ursprünglich zur Vermessung und Taxierung der sächsischen Staatswaldungen engagiert worden war, mit der Ausbildung von Forstleuten in Tharandt. 1816 übernahm der sächsische Staat die zunächst privat geführte Ausbildungsanstalt, Cotta wurde erster Direktor dieser Königlich-Sächsischen Forstakademie. Bereits 1811 richteten er und Adam Reum den mittlerweile ca. 34 ha umfassenden Forstbotanische Garten ein.
Tharandt ist heute mit seinen 2500 Einwohnern und 500 Studenten eine Forststadt mit internationaler Bedeutung. Die Bürger der Stadt sind sich dieser Bedeutung bewußt und wollen sich für die Erhaltung dieses guten Rufes einsetzen.
Besuchen Sie auch die Website der Stadt Tharandt:
www.tharandt.de


